Vorbeugung: Handeln bevor es zu spät ist

Zum Thema Vorbeugung sind Broschüren und Arbeitsmittel erschienen, die Sie bei uns bestellen können:

Sofern Sie weitere Fragen zum Thema Vorbeugung haben, senden Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie an:


   
   
     
Das Vereinsziel Vorbeugung wird im WEISSEN RING über verschiedene Wege bearbeitet:

- Zunächst werden Themen der Prävention über Broschüren aufgenommen und verbreitet.

- Daneben werden in der Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen der Vorbeugung Tipps zum Schutz vor Kriminalität weitergegeben.

- Forschungsergebnisse werden beleuchtet oder Buchbesprechungen werden durchgeführt.

- Wichtige Adressen der Vorbeugung werden aufgezeigt.
 

Vergewaltigung – ein schweres Verbrechen  

                           Weisser Ring Schweiz Opferhilfe

Jahr für Jahr werden Tausende Mädchen und Frauen vergewaltigt. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik werden in Deutschland jedes Jahr etwa 15.000 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung angezeigt. Diese Zahlen stellen nur die Spitze des Eisberges dar. Die Dunkelziffer nicht polizeilich gemeldeter Fälle liegt um ein Vielfaches höher.

Eine Vergewaltigung ist die extremste und schlimmste Form sexualisierter Gewalt. Der Begriff „sexualisiert“ macht deutlich, dass es nicht vorrangig um die Befriedigung sexueller Bedürfnisse geht.

Der WEISSE RING bittet Ihnen zum PDF-Download weitere Fakten und Hinweise für Opfer zu diesem Thema an

Stoppt das "Vogel-Strauss-Syndrom" 

                              Weisser Ring Schweiz Opferhilfe

WEISSER RING wirbt  für mehr Zivilcourage und Opferschutz / Politisches Handeln gefordert.

Immer wieder werden Menschen auf offener Strasse bedroht, geschlagen, beraubt und gedemütigt. Passanten beobachten das Geschehen, greifen aber nicht ein. Für die Opfer eine bittere Erkenntnis, für das Gemeinwesen ein Armutszeugnis. Dabei kann jeder schon morgen in eine Situation geraten, in der er selbst auf die Unterstützung engagierter Mitmenschen angewiesen ist. Passivität hilft nur den Tätern und überlässt die Opfer ihrem Schicksal. Durch mehr Verantwortungsbewusstsein und besonnenes Handeln könnten viele Opfer vor weiterem Schaden bewahrt werden.

Das Motto der WR-Kampagne "Stoppt das Vogel-Strauss-Syndrom" zielt daher auch nicht auf blinden Aktionismus, sondern soll Anstoss dafür sein, das Phänomen mangelnder Zivilcourage in unserer Gesellschaft stärker als bisher zu diskutieren. Wer weiss schon, dass er als Nothelfer unter dem Schutz der gesetzlichen Versicherung steht, wenn er durch sein Eingreifen selbst zu Schaden kommt? Neben purer Gleichgültigkeit und verständlichen Angstgefühlen in gewissen Situationen sind es gerade solche "Kosten-Nutzen-Erwägungen", die potentielle Helfer oftmals untätig bleiben lassen.

Wer Zeuge einer bedrohlichen Situation wird, sollte sich lautstark bemerkbar machen und dem Opfer seine Hilfsbereitschaft signalisieren. Wenn sich Straftäter beobachtet fühlen, lassen sie meist von ihrem Vorhaben ab. Wer selbst bedroht oder angegriffen wird, sollte andere sofort und eindeutig auf seine Notsituation aufmerksam machen. Oft werden Straftaten aufgrund fehlender Opfersignale gar nicht erkannt, vielfach kalkulieren die Täter mit der falschen Scham ihrer Opfer. Wichtig ist auch, sich mit anderen Zuschauern über geeignete Hilfsmöglichkeiten zu verständigen und klare Absprachen zu treffen. Rufen Sie die Polizei! Ich halte ein Auto an! Oft wird deshalb nicht eingegriffen, weil sich jeder auf den anderen verlässt. Auf jeden Fall ist es Bürgerpflicht, als Zeuge eines kriminellen Übergriffs die Arbeit der Polizei zu unterstützen, um so zur Aufklärung der Straftat und zur Ergreifung des Täters beizutragen. Vielfach handelt es sich um Wiederholungstaten, die nur deshalb geschehen können, weil viel zu wenige Menschen Zivilcourage zeigen.

WEISSER RING fordert stärkeres politisches Bekenntnis beim Thema Zivilcourage

Der WEISSE RING verbindet seine Infokampagne zugleich mit der Aufforderung an die politisch Verantwortlichen, die Bürger und Bürgerinnen mehr als bisher über ihre Rechte und Ansprüche als Opfer von Kriminalität und Gewalt zu informieren. Dies trifft auf das Opferhilfegesetz ebenso zu wie auf die gesetzliche Versicherung für Nothelfer. Wenn der Staat seine Bürger schon nicht ausreichend vor kriminellen Übergriffen schützen kann, muss er zumindest alles dafür tun, dass sowohl Opfer als auch Nothelfer und Zeugen wissen, wie sie sich verhalten sollen, wo sie Hilfe bekommen und wie diese Hilfe aussieht.

Angesichts mangelnder Zivilcourage nur hilflos mit den Achseln zucken, ist zu wenig. Vor allem muss sich die Rechtspolitik verstärkt der weitverbreiteten Meinung stellen, dass derjenige, der Zivilcourage gezeigt hat, von Polizei und Justiz nicht die nötige Unterstützung erhält und sich plötzlich selbst auf der Anklagebank wiederfinden könnte.